„Die Währung der Evolution ist weder Hunger noch Leid,
sondern DNA. So wie sich der wirtschaftliche
Erfolg eines Unternehmens in Dollar auf einem Bankkonto messen
lässt, so lässt sich der evolutionäre Erfolg einer Art an der
Anzahl der vorhandenen DNA-Molekülen gemessen. Wenn keine DNA mehr
übrig ist, dann ist eine Art ausgestorben, genau wie eine Firma
pleite geht, wenn sie kein Geld mehr hat. (...)
Wenn eine Art auf viele DNA-Moleküle verweisen kann, ist sie ein Erfolg und floriert.
So gesehen sind tausende Exemplare besser als hundert. [...] Aber warum
sollte sich ein Einzelner für die Rechenspiele der Evolution interessieren?
Warum sollte ein einzelner Mensch freiwillig seinen Lebensstandard senken,
nur um mehr Sapiens-DNA in die Welt zu setzten?
Aber die Frage stellt sich nicht, denn Niemand entschied sich bewusst
für dieses Tauschgeschäft.“ (Harari 2013: 108-109)
Jedes Lebewesen hinterlässt eine gewisse Spur, etwas das vor der Existenz dieses
Lebewesens nicht da war. Die nachhaltigsten Spuren, die wir und jedes andere Tier
hinterlassen können, sind Nachkommen.
Der Mensch pflanzt sich, wie jedes Lebewesen, fort. Ich frage mich:
wie bewusst ist dieser Prozess wirklich?
Was tun wir da eigentlich? Wir schreiben Filme und Bücher über Liebe und Romantik,
feiern Hochzeiten und trauern verflossenen Romanzen nach. Haben wir vielleicht
eine verklärte Sicht auf die Fortpflanzung?
In meiner Skulptur, welcher ich den Titel „You are so big and clumsy- I adore you“
gegeben habe manifestiere ich die Ambivalenz menschlicher Fortpflanzung und deren
Auswirkungen auf die Umwelt.